Über uns

Die gemeinnützige Siedlungs­gesellschaft Heimstätte Dünne, 1907 im ostwestfälischen Bünde-Dünne gegründet, hat sich zur Aufgabe gemacht, auf die Wohnungsfragen der verschiedenen Epochen neue Antworten zu finden. Sie steht für ein soziales Bauen, das durch handwerkliche Selbsthilfe und gemeinsames Tun Menschen und Gruppen sprichwörtlich „aufbaut“. Nach Natur- oder Umweltkatastrophen, in gesellschaftlichen Notlagen oder persönlichen Krisen wird in kleinen, konkreten Schritten nachhaltige Aufbauhilfe geleistet. Die betroffenen Menschen erfahren Selbstwert und persönliche Stabilisierung. Das eingesetzte, aus afrikanischer Tradition stammende, Lehmbauverfahren ist auch bekannt als das „Dünner Lehmbrote-Verfahren“. Das Bauen einer Heimstatt wird verstanden als ein handwerkliches, ganzheitliches und ökologisches Grundelement menschlicher Lebensgestaltung.

Geschichte

Gegründet wurde die Heimstätte Dünne 1907 als evangelische Bau- und Siedlungsgesellschaft von sieben Bürgern aus unterschiedlichen Lebensbereichen der ostwestfälischen Region. Pastor Gustav von Bodelschwingh, der Ideengeber (ein Sohn des Betheler Gründers), erlebte als Missionar in Afrika die besondere Einstellung der dortigen Bevölkerung zum Bauen: Man baute sein Haus als Lebensgrundlage in der Gemeinschaft mit anderen, mit der Familie, der Nachbarschaft sowie Freundinnen und Freunden in Handarbeit mit dem vorhandenen Baumaterial Lehm.

Nach dem Ersten Weltkrieg mit Wirtschaftskrise und Inflation, Massenarbeitslosigkeit, Armut und Wohnungsnot setze Bodelschwingh seine Erfahrungen des nachbarschaftlichen Bauens und der traditionellen Lehmbautechnik gezielt zu sozialen Aufbauprogrammen in Deutschland ein. So entstanden in den zwanziger Jahren mehr als 500 Eigenheime in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet.

Auch wenn moderne Baustoffe und rationellere Bautechniken das Selbstbauen in Vergessenheit geraten ließen, blieb die Idee lebendig. Seit 1985 belebt die Heimstätte Dünne den ursprünglichen Gedanken des sozialen Bauens wieder.

Ausgewählte Projekte

In verschiedenen – auch vielen internationalen – Projekten wird die Idee des sozialen Bauens durch die Heimstätte Dünne tatkräftig umgesetzt. Selbsthilfe und gemeinsame Aufbauarbeit (Workcamps) nach Umwelt-Katastrophen, in Notsituationen oder persönlichen Krisen wurden in Weißrussland („Heim-statt Tschernobyl e.V.“), Ungarn, Taiwan, Tschechien und Deutschland durchgeführt. Auch in Palästina oder mit geflüchteten Menschen in Deutschland engagiert sich die Organisation.

Mit dialogorientierten Prozessen bemüht sich die Heimstätte Dünne das Wohnen als Grundbedürfnis des Lebens wieder verstärkt in der Gesellschaft zu verankern und widmet sich dabei auch zivilgesellschaftlichen Fragen wie einer Stärkung des Gemeinsinns am Wohnungsmarkt.