Arbeit mit und für geflüchtete Menschen in Deutschland

 

1.) Flüchtlingsbegleitung

Im Sinne des Satzungszweckes „Förderung des Heimstätten-Gedankens“ bemühen  sich Mitglieder der Heimstätte um die Integration von Flüchtlingen in der Bünder Region.

In der Verbindung mit dem Diakonischen Werk Herford und der Lydia-Kirchengemeinde  haben wir einen „Flüchtlings-Begleitgruppe“ gebildet, die sich monatlich trifft, um Flüchtlingen, die der Stadt Bünde zugewiesen sind , persönliche Begleiter zur Seite zu stellen. Durch solche Partnerschaften  sollen die  Betroffenen bei der alltäglichen Lebensbewältigung hilfreiche Begleitung erfahren.  Ein besonderer Schwerpunkt: Hilfe bei der Wohnungsvermittlung.

 

 

2.) Planung eines Modellprojektes:

 

Wohnungsbau und Beschäftigung/Qualifizierung für geflüchtete Menschen als Integrationsmodell

Ausgangsthesen:

  • Wohnen und Arbeit sind zwei zentrale Voraussetzungen für Integration von geflüchteten Menschen. Die Frage der Unterbringung ist aktuell akut, darf aber nicht den Blick darauf verstellen, dass mit der dauerhaften Wohnunterbringung und der Integration in den regulären Arbeitsmarkt zwei wesentliche Integrationsschritte erst noch anstehen.
  • Es werden vielerorts zusätzliche Wohnungen gebraucht. Die Flüchtlingsthematik hat den Wohnungsmangel nicht ausgelöst, aber deutlich stärker in die Wahrnehmung gerückt. Selbst in bislang demografisch stagnierenden Regionen werden bezahlbare, kompakte Wohnungen (v.a. Mietwohnungen) benötigt.
  • Im Bauhaupt- und Nebengewerbe fehlen Arbeitskräfte. Steigende Baukosten sind auch von Kapazitätsengpässen verursacht. Arbeitskräfte, die zumindest handwerkliche Grundfähigkeiten und ein Verständnis von den Prozessen auf Baustellen mitbringen, werden dringend gesucht.

 

Unser Ansatz:

Wir möchten geflüchtete Menschen mit Bleibeperspektive (?) in Arbeit und Wohnung bringen, indem wir Wohnungsbau, Qualifizierung und Integration gemeinsam denken und umsetzen:

  • Wohnungen bauen und so „integrationsfähige“ Wohnsituationen schaffen;
  • Geflüchtete Menschen durch lernende Tätigkeit aufbauen und durch den Bau fachlich qualifizieren 
  • Kleinteilige, dauerhafte  Lösungen mit hoher Integrationsperspektive ermöglichen

 

Das können wir:

  • Die Heimstätte Dünne verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bauen als sozialem Prozess: „Menschen durch Bauen aufbauen“ (s. Profil unten)
  • Wir bauen Wohngebäude unter baufachlicher und pädagogischer Anleitung mit Laien, Menschen mit geringer beruflicher Perspektive etc.
  • Wir bringen langjährige Erfahrungen mit dem Bauen in inter- und transkulturellen Kontexten ein – in Europa und darüber hinaus.

 

Das planen wir konkret:

  • Die Heimstätte Dünne fungiert als Bauträger („sozialer Projektentwickler“) und bietet die komplette Errichtung von Wohnhäusern unter qualifizierender Beteiligung von geflüchteten Menschen an (schlüsselfertig).
  • Unsere fachliche Kompetenz und ein flexibler bautechnischer Gebäudetyp ermöglicht variable Gebäudezuschnitte und einen hohen Grad an Beteiligung von zu Qualifizierenden.
  • Wir bringen die notwendige Kooperation mit einem Beschäftigungsträger ein.
  • Wir bringen die notwendigen Akteure an einen Tisch und organisieren das Realisierungskonzept.

 

Das suchen wir:

  • Bauherren: Investoren mit einer langfristigen Bewirtschaftungsperspektive, wie kommunale  oder private Wohnungsunternehmen, Genossenschaften; evt. auch Arbeitgeber
  • Grundstücksgeber: Sofern der Bauherr nicht über ein Grundstück verfügt, sind Grundstückseigentümer gefragt, die dieses im Rahmen von Verkauf oder Erbpacht einbringen. Denkbar sind auch Kirchengemeinden, soziale Einrichtungen, gewerbliche Unternehmen etc. Denkbar ist auch ein nicht mehr benötigtes Bestandsgebäude, das durch dieses Projekt in ein Wohnobjekt umgebaut wird.
  • Beschäftigungsträger: Im Einzelfall möchten wir mit zertifizierten Beschäftigungsträgern vor Ort kooperieren, die einen Einsatz der geflüchteten Menschen im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen, Aufstockung, Bundesfreiwilligendienst o.ä. ermöglichen

 

 

Aufruf für ein Pilotprojekt:

Für ein konkretes Bauprojekt werden Kommunen, Kirchengemeinden oder sonstige Akteure aufgerufen, eigene Grundstücke durch Verkauf oder Erbpacht in die Kooperation einzubringen.

Das mit der Heimstätte Dünne kooperierende Architekturbüro ( Klaus Beck, Bielefeld) erstellt eine für alle Bauvorhaben  gleichbleibende Konstruktionsgrundlage für  einen Bautypus, der als variables Skelett-System unterschiedliche ortsangepasste Gestaltungsformen ermöglicht,  konstruktionsmäßig auf ein Bauen mit Laienkräften ausgerichtet ist, und sich durch die parallel erfolgten Ausführungen preisgünstig auswirkt. Lokale Bau- und Handwerksunternehmen werden systematisch aktiv an dem Vorhaben beteiligt, z.B. für  Erdarbeiten, Fundament, Bauskelett, Fenster, Installationen etc.. Gleichzeitig  werden ungeübte Kräfte unter fachlicher Anleitung in großem Maße einbezogen.

 

Vorgeschlagen wird ein Mehrfamilienhaus-Typus, das sowohl ökologischen und energiesparenden Gesichtspunkten als auch den Anforderungen unterschiedlicher Nutzertypen gerecht wird. Bei der Ausführung wird großer Wert darauf gelegt, dass die Gebäude dem aktuellen Standard entsprechen und so dauerhaft und nachhaltig eine Bewirtschaftungsperspektive ermöglichen. Gleichzeitig ermöglicht das Herstellungsmodell mit vergleichsweise einfacher Bautechnik und unter hoher Beteiligung von zu Qualifizierenden einen moderaten Herstellungspreis und damit ein moderates wirtschaftlich notwendiges Mietniveau.

 

Die Heimstätte Dünne fungiert als Bauträger und bringt neben der fachlichen Bauleitung zusätzliche Arbeitskräfte durch die Kooperation mit einem (i.d.R. lokalen) zertifizierten Beschäftigungsträger ein. An Breitenwirkung können die Vorhaben zusätzlich gewinnen, indem bspw. ehrenamtliche Helfer,  Jugendliche von vor Ort etc. am gemeinsamen Bauen beteiligt werden. Es ist unsere Erfahrung gerade aus transnationalen Bauvorhaben (Weißrussland, Ungarn, Taiwan, Tschechien), dass gemeinsames sinnerfülltes Tun das unter den Beteiligten Vorurteile abbaut, Freundschaften fördert und so Integration unmittelbar unterstützt.

 

 

Erste Planungs-Schritte:

Für den 11. April 2016 hatte die Heimstätte Dünne zu einer ersten  Planungsrunde Vertreter aus den Kommunen der Region, der Kirchen, Wohnungsbaugesellschaft, JobCenter, eingeladen.  Bei einer weiteren Gesprächsrunde  am 9. Juni  mit  den Leitungen  des Kirchenreises  und Diakonie Herford,  der  ev. Stiftung Maßarbeit  wurde Bereitschaft zu gemeinsamer Planung  bekundet - in  Absprache u.a. mit  interessierten Kommunen und  mit dem Auftrag  der Suche nach einem möglichen Baugelände/Bauherrn.