Roma-Bauförderung

 

Nach Berichten über das Tschernobyl-Umsiedlungsprogramm haben uns Journalisten auf die massiven Probleme von Roma-Familien in Süd-Ost-Europa verwiesen, konkret bekannt gemacht mit der  Roma-Organisation Phralipe, Budapest. Sie wiederum brachte uns  eher zufällig in das Dorf Felsödobsza (Gebiet Miskolc) im Nordosten, dem früheren Industrie-gebiet des Landes. Die Menschen in dieser Region leiden insgesamt unter der strukturell bedingten  Massen-Arbeitslosigkeit, besonders aber die dort seit langem sesshaft lebende Roma-Bevölkerung. Im Dorf mit seinen 1000 Einwohnern leben etwa 300 Roma. Sie bilden eine Randgruppe, werden diskriminiert und befinden sich in besonderer sozialer Not. Sie leben zwar in eigenen Häusern, deren baulicher Zustand aber unübersehbar die Armut der Bewohner widerspiegelt und vom Zusammenbruch bedroht ist
 Die vielen regionalen EU- Förderprogramme haben die Dörfer äußerlich aufgeputzt, haben aber die Lebensverhältnisse der Roma kaum verändert , so dass die soziale Schere zwischen ihnen und den meisten Nichtroma immer größer wird – mit der Folge, dass ihr Lebensstandard vor Ort weiter absinkt oder aber dass sie ihre Perspektive in den Städten, bzw. im reichen Westeuropa suchen.
Bei einem ersten Kontaktbesuch (Herbst 2012)  vor Ort wurde deutlich, dass ein mögliches Aktivierungs-Programm nicht  für Roma-Familien isoliert, sondern  für das Dorf insgesamt und von unten erfolgen muss.

In einer von uns eingeladenen öffentlichen Dorf-Versammlung 2013 stimmten die Bewohner grundsätzlich unseren Vorschlägen zu. Dennoch bedrängte man uns abschließend, ausnahmsweise noch vor dem Winter zwei vom Zusammenbruch bedrohte Roma-Häuser zu reparieren und winterfest  zu machen. Andernfalls würden die dort noch lebenden, kinderreichen Familien ihre Zukunft woanders suchen.  

Spontan haben sich unsere Handwerker zu einem Baueinsatz entschieden. Die betroffenen Roma-Familien und weitere Bewohner erklärten sich zur Mitarbeit bereit. In einer verbindlichen Arbeitsgruppe unter der Mitarbeit von 4 Roma-Betroffenen konnten noch im Herbst (13.-26.9.13) zwei Wohnhäuser durch neue Dachstühle und Dächer winterfest gemacht werden.

Dieser überschaubare und wirkungsvolle Einsatz hat die beteiligten Bewohner hat enorm motiviert und ihnen durch die handwerkliche Anleitung einen beruflichen Lernprozess eröffnet.  Die Nachbarschaft im Dorf wurde hellhörig und neugierig. Uns Deutsche hat die Gastfreundschaft und die Bereitschaft zur Mitarbeit überrascht. Für alle war es ein ungewöhnliches Dorf-Erlebnis.

Bei einer anschließenden vom Bürgermeister einberufenen Dorfversammlung wurde eine Kommission von Roma und Nichtroma-Bewohnern, sowie der politischen Gemeinde beschlossen, um eine Fortsetzung des Programmes auf eine möglichst transparente und partizipierende Ausrichtung zu erreichen. Grundsätzlich sollte Neubau vermieten werden, um einer Polarisierung im Dorf  entgegen zu wirken. Ziel:  Kleine, kontinuierlich erfolgende   Baueinsätze sollen mittelfristig zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität beitragen, solidarisches Handeln ermöglichen – langfristig ein Verbleiben  der Roma im Dorf  erreichen (d.h. sie vor einer möglichen Emigration in den EU-Westen zu bewahren.)
Bei einem  Vorbereitungstreffen im Juni 2014 wurde entschieden, den 2. Baueinsatz  durch eine Modellmaßnahme  eine umfassendere Sanierung am Beispiel eines besonders baufälligen Hauses durchzuführen.

Die Bauausführung erfolgte in einem zweigeteilten  Baueinsatz vom 1.-19. September 2014

Kurzbeschreibung des Bauvorhabens: Um die bestehenden, eher baufälligen Außenwände wird ein neues Fundament geschaffen, darauf ein Holz-Ständerwerk errichtet und mit den Dachsparren verankert. Nach einer Wandverfüllung aus Lehm-Holzhäcksel-Gemisch wird eine Holz-Außenverschalung angebracht. Falls erforderlich: Dachstuhl-Erneuerung und Dachreparatur.


Diese Konzeption hat mehrere Vorteile:
•    An der Ausführung können in Handarbeit ungeübte Ausführende intensiv beteiligt werden.
•    Die Bewohner können während der Ausführung in ihrem Haus wohnen bleiben.
•    Insgesamt ergibt sich mit der Sanierung zusätzlich eine Wand-Isolierung zur Energieeinsparung.



Zweiter Baueinsatz – mit neuer Außenwand und Dachstuhl – alte Pfannen)


Auf deutscher Seite waren neben der Leitung ein  Maurer, ein Zimmermann, zwei Fachhelfer – auf Bewohnerseite 6 freiwillige Helfer als verpflichtende Baugruppe und Familien-angehörige beteiligt. Innerhalb dieses Zeitraums konnte  das Projekt  plangemäß durchge-führt werden. Es blieb Zeit für kleinere Reparaturen an anderen Häusern.  Einem besonders engagierten  Roma-Teilnehmer, der bereits beim ersten Baueinsatz beteiligt war, wurde  Baumaterial und Werkzeuge überlassen, um seine Haus-Reparatur eigenständig durchzu-führen.  Alle haben sich mit großem persönlichen Engagement an der Ausführung beteiligt. Insgesamt  hat dieser Baueinsatz alle – deutsche und ungarische – Beteiligte zu einem persönlichen Miteinander geführt, das mit einem Fest im Sanierungshaus abgeschlossen wurde.
Alle  haben auf die Fortsetzung des  Programms votiert. Der Bürgermeister  hat  seine persönliche und die kommunale Unterstützung ausdrücklich bestätigt..
Bei einer ersten Auswertung hat die Heimstätte mit ihren Beteiligten entschieden, nunmehr auf dieser Grundlage ein zunächst auf 5 Jahre befristetes Programm durchzuführen.

Zukünftiges Programm-Konzept

Aufgrund der Erfahrungen und der Ergebnisse der zweijährigen Erprobungsphase beschließt die Heimstätte Dünne gem.GmbH unter ihrer Trägerschaft das zunächst auf fünf Jahre angelegte

„Roma-Förderprogramm Felsödobsza/Ungarn“

– in enger Zusammenarbeit mit der Dorfbewohnerschaft, der örtlichen politischen Gemeinde und unter noch zu erreichender Beteiligung der örtlichen evangelisch-reformierten  und katholischen Kirche – .
Pro Jahr werden möglichst zwei, jeweils 14tägige  Baueinsätze geplant und durchgeführt, durch die nach vorausgehender gemeinsamer  Planung  sukzessive besonders gefährdete Häuser durch ihre gemeinsame Handarbeit saniert und damit ein dörflicher Strukturaufbau initiiert wird.
Dies geschieht in der Form von verbindlichen Arbeitseinsätzen mit wenigen (2-3) deutschen Fachanleitern und (pro Arbeitsgruppe) mit ca. sechs beteiligten Bewohnern, die sich auf ein Sanierungs-Projekt  konzentrieren. Konkret verpflichtet sich der jeweils betroffene Hausbewohner zur Mitarbeit. Er/Sie besorgt für die Baugruppe ca 5 weitere Bewohner (Familienangehörige, Nachbarn oder andere Dorfbewohner). Die deutschen Fachanleiter binden sich solidarisch in die Gruppe sein. Sie wohnen während des Einsatzes im Dorf.
Abgesehen von den jährlich festgelegten gemeinsam durchgeführten Sanierungsprojekten erhalten interessierte Beteiligte die Möglichkeit in Eigenarbeit und in den Phasen zwischen den Baueinsätzen Reparaturen an ihren Häusern vorzunehmen. Dafür wird ihnen leihweise Handwerksmaterial zur Verfügung gestellt.
Die Maßnahmen dienen auch dazu, in Einzelfällen besonders interessierte und begabte Bewohner  handwerklich zu fördern, um ihnen verbesserte Möglichkeiten bei der Berufsfindung zu bieten.
Für die Gestaltung während und zwischen der  Baueinsätze sorgt ein Koordinationsteam bestehend aus der  Geschäftsführung der Heimstätte Dünne, dem Bürgermeister, je einem Vertreter der Roma- und Nichtroma-Bürgerschaft. Für die deutsch-ungarische (u.a. sprachliche) Kommunikation und aktiver Mitarbeit  wird eine ungarische Person verpflichtet, die sich auch als Außervertretung der Heimstätte Dünne versteht.
Leistungen der Heimstätte Dünne:
•    Bereitstellung des Bauanleiterteams für die jeweiligen Baueinsätze (Kostenübernahme von Aufwandsentschädigungen, Reisekosten. Unterbringung und Verpflegung im Dorf durch Kostenbeteiligung der Kommune, bzw .Ortsinitiativen)
•    Bereitstellung des erforderlichen Handwerks-Materials (soweit es nicht von der Kommune  angeboten werden kann)
•    Finanzierung der Baumaterialien
•    Finanzierung der ungarischen Koordinationsperson
Im Unterschied zur Kommune, die u.a. für das kommunale Beschäftigungsprogramm verantwortlich bleibt, versteht die Heimstätte ihren Auftrag in der Aktivierung der Bewohner zur Sanierung ihrer Häuser.


Von ungarischer Seite wird folgende Unterstützung erwartet:
•    Beteiligung der Kommune an der gemeinsamen Planung und Projektausführung, u.a. durch Zurverfügungstellung von Handwerks- und Baumaterial.
•    Beteiligung bei Beantragungen von möglichen Zuschuss –und Förderprogrammen (u.a. EU). Öffentlichkeitsarbeit – u.a. mit dem Ziel der Gewinnung von Sponsoren
•    Unterbringung der deutschen Anleitergruppe im Dorf – einschl. Verpflegung
Der Beitrag der Bewohner konzentriert sich auf ehrenamtliche, aktive, verbindliche Mitarbeit  bei der Durchführung der Projekte und gemeindlicher Veranstaltungen zur Förderung eines aktiven  Gemeinwesens.
Kosten:
Nach den bisherigen Erfahrungen und aufgrund der vorgesehenen  Aufgaben kalkuliert die Heimstätte  pro Jahr mit folgenden Kosten:                                                                               

•    Baumaterial (pro Baueinsatz   6000,- bis 8000,- €)  ca 14.000,00
•    Beschaffung der erforderlichen  Handwerksmaterialien   2.000,00
•    Personalkosten der Fachanleiter( Aufwandentschädigungen, Reisekosten)   7.000,00
•    Planungsaufgaben, Koordinationsstelle, Dolmetscher   5.000,00
•    Sonstiges   1.000,00

 

Finanzierung:

 

 29.000,00

 

Die Heimstätte erhofft sich zur Finanzierung ein Spendenaufkommen in Höhe von ca      

 

 8.000,00 €

Der Rest in Höhe von ca

muss durch Zuschüsse erreicht werden.

 21.000,00€
   
   

Palästina

 

Obwohl Tschernobyl weiter strahlt  und Umsiedlung in Belarus weitergehen muss, sehen wir uns einer anderen “Wunde der Welt“ ausgesetzt: Krisenherd Naher Osten, dort der spezielle Brennpunkt Palästina, konkret zugespitzt:  die im Westjordanland lebenden Menschen.

Unstrittig ist, dass Israel als Besatzungsmacht nicht nur formal das Gebiet verwaltet, sondern entgegen dem Völkerrecht z.B. privates Land Stück für Stück den Menschen willkürlich nimmt, ihnen durch Wegnahme  und Mauerbau ihrer Felder die Lebensgrundlagen raubt  und  mit dem Bau von illegalen Siedlungen  die verbleibenden Gebiete einkesselt, letztlich eine Eigenständigkeit des Landes unmöglich macht .

Sicher: Wir hören beidseitig von Gewalt und Gegengewalt, aber  die Gewalt des Stärkeren wird ungleich gegen die Schwächeren genutzt.
Uns geht es um die Menschen, die ihrer Grundrechte beraubt und erniedrigt werden. Besonders bedrohlich sind  die immer näher rückenden illegalen Siedlungen mit ihren z.T. radikal-nationalistischen und religiösen  Besatzern, die mit  Übergriffen  Felder verwüsten, Olivenbäume ausreißen und die Einheimischen mit aggressiver Feindschaft und Waffen zu verdrängen suchen.
stein mit Aufschrift: wir weigern und Feinde zu seinDagegen setzt die  Palästinenser-Familie von  Daoud Nassar ihre  entwaffnende, christliche  Botschaft: „Wir weigern uns, Feinde zu sein“. Den seit Generationen im Besitz der Familie befindlichen – von  Beschlagnahme und Zerstörung  bedrohten – Weinberg  auf einer Anhöhe nahe Bethlehem öffnet Daoud  für Friedenseinsätze und internationale Begegnungen mit Kindern und Erwachsenen aus nah und fern.

Während die betroffene Bevölkerung  weitgehend hilflos leidend sich den Übergriffen ausgeliefert sieht und resigniert,  setzt die Initiative Daouds stellvertretend ein Zeichen des gewaltfreien Widerstandes und des öffentlichen Widerspruchs.
 
Als Heimstätte wissen wir uns diesem Anliegen verbunden und  möchten gegen das illegale Bauen der Siedler mit unserem Bauen die Palästinenser aufbauen.
Seit Langem schon plant Daoud Nassar  auf dem Weinberg  eine landwirtschaftliche ökologische Bildungsstätte, um der jungen Generation eine berufliche Perspektive und  eine Verpflichtung zu  ihrem Land zu erschließen. Dazu  haben wir bereits Baupläne angefertigt  und möchten mit dem traditionellen Kuppelbau möglichst viele Menschen an der Errichtung  beteiligen. Aber schon solche Planungen werden von der Besatzung als Provokation verstanden und würde  die Zerstörung aller bereits auf dem Weinberg  entstandenen Einrichtungen  zur Folge haben.

Dennoch wollen wir dranbleiben. Wenn also „Hochbau“ z.Zt. nicht erlaubt ist, gehen wir jetzt  in die Fläche, entdecken den  Boden, den Umgang mit der Erde, ihren Pflanzen und Tieren, möchten gemeinsam mit den  Betroffenen Zeichen der Schöpfungsbewahrung gegen das  Zerstören setzen.

Konkret planen wir jetzt einen Schul-Lehrgarten für palästinensische Kinder der Nachbarschaft , dass sie wieder Zugang zum verantwortlichen Umgang  mit ihrem Land  bekommen –  säen,  pflanzen, pflegen, ernten – statt  dass sie  „den Boden unter ihren Füßen“  verlieren.

Mit einer kleinen Gruppe von Handwerkern und Geländeplanern waren wir im März 2014 für acht Tage auf dem Weinberg, haben ein Gelände für einen Kreativ-Erlebnisgarten abgesteckt und als sichtbaren Auftakt aus  geschnittenen Natursteinen ein Eingangstor errichtet.


Für Oktober 2014 laden wir nun Freiwillige zu zwei kleinen Workcamps auf das Gelände ein, wo wir gemeinsam mit einheimischen Kräften zunächst den Erlebnisgarten fertigstellen. Im  März 2015 wollen wir den eigentlichen Schulgarten gestalten, Pflanzen setzen und mit ersten gemeinsam verantworteten Aktivitäten beginnen.

Dazu suchen wir einen Menschen, der im Rahmen eines Freiwilligendienstes sich in das Team der  auf dem Weinberg tätigen Volontäre einbindet, aber speziell dieses Garten-Projekt verantwortlich betreut, die Pflänzlinge begießt  und wachsen lässt. Vielleicht kann uns dabei auch ein Fachinstitut behilflich sein.
Innerhalb dieses Prozesses  möchten wir Lehrer der palästinensische Schule des benachbarten Dorfes  ermutigen, mit den Schülern den Schulgarten „in Besitz zu nehmen“ und ihn  kontinuierlich zu bearbeiten.
Soweit  der  Plan.
Diese Anfänge haben wir bisher durch Spenden und  ehrenamtlichen Einsatz ermöglicht. Mit den bisherigen Förderern  und Ihnen möchten wir  einen Partnerschaftskreis bilden:  Wer macht mit?
Vielleicht dass wir in nächster Zeit zu einem Informations- und Planungstag hierher in den Wiesenhof der Heimstätte (mit möglicher Übernachtung) einladen. Ergänzend besteht der Wunsch, im Laufe des Jahres 2015 eine Studienreise nach Palästina zu planen, um das Projekt, das  Westjordan-Land, deren Menschen aber auch solidarisch gesinnte Israelis  kennenzulernen, insgesamt also einen kleinen Beitrag als Zeichen der Versöhnung setzen.

Wir haben in diesem Jahr bereits 2 Reisen hinter uns:

Zunächst eine 11-tägige Studien- und Begegnungsreise mit 22  Teilnehmenden im März. Daoud Nassar hatte uns zu seinem Begegnungsprojekt  „Tent of Nations“ auf den Weinberg in der Nähe Bethlehems eingeladen. Außerdem sollten wir das Land Palästina mit seinen Menschen unter der israelischen Besatzung kennen lernen.

So haben wir zunächst von Bethlehem aus christliche Gruppen besucht und deren beispielhaftes Engagement aus der Minderheit heraus in der palästinensischen Umgebung erfahren. Wir haben  ihren verzweifelten Ruf nach Gerechtigkeit und Frieden (u.a. durch dass von allen dortigen Kirchen herausgegebene Kairos-Dokument) vernommen, hatten Kontakt mit muslimischen Gruppen u.a.  in einem Flüchtlingslager und der zerrissenen Stadt Hebron.

Zum persönlichen Abendessen in einer palästinensischen Familie hatte uns Faten Mukarker eingeladen und uns erzählt von ihrem Leben zwischen den Grenzen und Kulturen.

Unvergesslich  der Besuch bei  Sumaya Farhat Naser in der palästinensischen Universität Birseit, wie die Menschen trotz aller Ausweglosigkeit und Alltagschikanen die Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben und bis dahin aktiven Widerstand leisten.

 

Bedrängend und ängstigend sind überall in den besetzten Gebieten die Checkpoints an den Straßen mit den  bewaffneten (zumeist ganz jungen) Soldaten und ihren Gewehren im Anschlag.

 

Wir haben das Heilige Land gleichsam von unten besucht, nicht so sehr die alten biblischen Steine, sondern die Menschen. Eine Reise, die in Palästina begann, um in einem zweiten Teil Israel in den Blick zu nehmen.

 

Vordergründig dieses  wunderbare, paradiesische Land Israel , das aus Wüsten fruchtbare  Gegenden  hat entstehen lassen. Im Alltag nimmt der Tourist jedoch die politischen Belastungen kaum wahr: Ein Land ohne Frieden, das ausschließlich durch Sicherheitsargumente  und militärischer Abwehrhaltung in einer politische Sackgasse feststeckt, -  ein  Friedenskonzept nicht im Blick hat.

  

Am Abfahrtstag dann noch in Neve Shalom das  Erleben einer beispielhaften Dorfgemeinschaft von Muslimen, Juden und Christen, - gesellschaftlich jedoch isoliert und von der Politik ins abseits gestellt.

 

Alles in allem eine Reise, die man nicht „zu den Akten legt“, die vielmehr auffordert, dran zu bleiben und „Flagge zu zeigen“, Argumente beider Seiten zur Kenntnis zu nehmen.

 

Daoud Nassar lädt ein, Ende Oktober wieder zum Weinberg zu kommen, um am alljährlichen „Fest“ bei der Olivenernte und dem weiteren Ausbau  des von uns begonnenen Erlebnisgartens mit zumachen.  Hat  jemand Lust?

 

Die 2. Palästina-Reise -

ebenfalls im März – ein Praxiseinsatz zum  Ausbau des Erlebnisgartens auf dem Weinberg. Jess Fuller, als Gelände-Architektin und ihr Mann, John Scholtes, als Bauleiter, haben mit 4 deutschen Bauleuten und mit 5 palästinensischen Jugendlichen 14 Tage auf dem Weinberg ein Vorhaben fortgesetzt, das vor 2 Jahren begonnen wurde: Ein „Educational- Gardencenter“ als  Schul- und Erlebnisgarten des Lernens und Spielens, einerseits für palästinensische Kinder der Umgebung, zugleich als Erlebnisplatz  für die internationalen Jugend- Begegnungen auf dem Weinberg.

Eigentlich hatten wir die Errichtung eines Gebäudes als Schulungszentrum geplant, aber die Besatzungsmacht erlaubt kein Bauen. So verfolgen wir diese Idee unter freiem Himmel.

 

Im Oktober/November soll daran weiter gebaut und gepflanzt werden. Verbinden möchten wir das mit einer kleinen 10-14tägigen Gruppenreise von Leuten, die entweder mitbauen oder (wie oben angedeutet) an der Olivenernte teilhaben möchten.

Wer macht mit?

 

 

Arbeit mit und für geflüchtete Menschen in Deutschland

 

1.) Flüchtlingsbegleitung

Im Sinne des Satzungszweckes „Förderung des Heimstätten-Gedankens“ bemühen  sich Mitglieder der Heimstätte um die Integration von Flüchtlingen in der Bünder Region.

In der Verbindung mit dem Diakonischen Werk Herford und der Lydia-Kirchengemeinde  haben wir einen „Flüchtlings-Begleitgruppe“ gebildet, die sich monatlich trifft, um Flüchtlingen, die der Stadt Bünde zugewiesen sind , persönliche Begleiter zur Seite zu stellen. Durch solche Partnerschaften  sollen die  Betroffenen bei der alltäglichen Lebensbewältigung hilfreiche Begleitung erfahren.  Ein besonderer Schwerpunkt: Hilfe bei der Wohnungsvermittlung.

 

 

2.) Planung eines Modellprojektes:

 

Wohnungsbau und Beschäftigung/Qualifizierung für geflüchtete Menschen als Integrationsmodell

Ausgangsthesen:

  • Wohnen und Arbeit sind zwei zentrale Voraussetzungen für Integration von geflüchteten Menschen. Die Frage der Unterbringung ist aktuell akut, darf aber nicht den Blick darauf verstellen, dass mit der dauerhaften Wohnunterbringung und der Integration in den regulären Arbeitsmarkt zwei wesentliche Integrationsschritte erst noch anstehen.
  • Es werden vielerorts zusätzliche Wohnungen gebraucht. Die Flüchtlingsthematik hat den Wohnungsmangel nicht ausgelöst, aber deutlich stärker in die Wahrnehmung gerückt. Selbst in bislang demografisch stagnierenden Regionen werden bezahlbare, kompakte Wohnungen (v.a. Mietwohnungen) benötigt.
  • Im Bauhaupt- und Nebengewerbe fehlen Arbeitskräfte. Steigende Baukosten sind auch von Kapazitätsengpässen verursacht. Arbeitskräfte, die zumindest handwerkliche Grundfähigkeiten und ein Verständnis von den Prozessen auf Baustellen mitbringen, werden dringend gesucht.

 

Unser Ansatz:

Wir möchten geflüchtete Menschen mit Bleibeperspektive (?) in Arbeit und Wohnung bringen, indem wir Wohnungsbau, Qualifizierung und Integration gemeinsam denken und umsetzen:

  • Wohnungen bauen und so „integrationsfähige“ Wohnsituationen schaffen;
  • Geflüchtete Menschen durch lernende Tätigkeit aufbauen und durch den Bau fachlich qualifizieren 
  • Kleinteilige, dauerhafte  Lösungen mit hoher Integrationsperspektive ermöglichen

 

Das können wir:

  • Die Heimstätte Dünne verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bauen als sozialem Prozess: „Menschen durch Bauen aufbauen“ (s. Profil unten)
  • Wir bauen Wohngebäude unter baufachlicher und pädagogischer Anleitung mit Laien, Menschen mit geringer beruflicher Perspektive etc.
  • Wir bringen langjährige Erfahrungen mit dem Bauen in inter- und transkulturellen Kontexten ein – in Europa und darüber hinaus.

 

Das planen wir konkret:

  • Die Heimstätte Dünne fungiert als Bauträger („sozialer Projektentwickler“) und bietet die komplette Errichtung von Wohnhäusern unter qualifizierender Beteiligung von geflüchteten Menschen an (schlüsselfertig).
  • Unsere fachliche Kompetenz und ein flexibler bautechnischer Gebäudetyp ermöglicht variable Gebäudezuschnitte und einen hohen Grad an Beteiligung von zu Qualifizierenden.
  • Wir bringen die notwendige Kooperation mit einem Beschäftigungsträger ein.
  • Wir bringen die notwendigen Akteure an einen Tisch und organisieren das Realisierungskonzept.

 

Das suchen wir:

  • Bauherren: Investoren mit einer langfristigen Bewirtschaftungsperspektive, wie kommunale  oder private Wohnungsunternehmen, Genossenschaften; evt. auch Arbeitgeber
  • Grundstücksgeber: Sofern der Bauherr nicht über ein Grundstück verfügt, sind Grundstückseigentümer gefragt, die dieses im Rahmen von Verkauf oder Erbpacht einbringen. Denkbar sind auch Kirchengemeinden, soziale Einrichtungen, gewerbliche Unternehmen etc. Denkbar ist auch ein nicht mehr benötigtes Bestandsgebäude, das durch dieses Projekt in ein Wohnobjekt umgebaut wird.
  • Beschäftigungsträger: Im Einzelfall möchten wir mit zertifizierten Beschäftigungsträgern vor Ort kooperieren, die einen Einsatz der geflüchteten Menschen im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen, Aufstockung, Bundesfreiwilligendienst o.ä. ermöglichen

 

 

Aufruf für ein Pilotprojekt:

Für ein konkretes Bauprojekt werden Kommunen, Kirchengemeinden oder sonstige Akteure aufgerufen, eigene Grundstücke durch Verkauf oder Erbpacht in die Kooperation einzubringen.

Das mit der Heimstätte Dünne kooperierende Architekturbüro ( Klaus Beck, Bielefeld) erstellt eine für alle Bauvorhaben  gleichbleibende Konstruktionsgrundlage für  einen Bautypus, der als variables Skelett-System unterschiedliche ortsangepasste Gestaltungsformen ermöglicht,  konstruktionsmäßig auf ein Bauen mit Laienkräften ausgerichtet ist, und sich durch die parallel erfolgten Ausführungen preisgünstig auswirkt. Lokale Bau- und Handwerksunternehmen werden systematisch aktiv an dem Vorhaben beteiligt, z.B. für  Erdarbeiten, Fundament, Bauskelett, Fenster, Installationen etc.. Gleichzeitig  werden ungeübte Kräfte unter fachlicher Anleitung in großem Maße einbezogen.

 

Vorgeschlagen wird ein Mehrfamilienhaus-Typus, das sowohl ökologischen und energiesparenden Gesichtspunkten als auch den Anforderungen unterschiedlicher Nutzertypen gerecht wird. Bei der Ausführung wird großer Wert darauf gelegt, dass die Gebäude dem aktuellen Standard entsprechen und so dauerhaft und nachhaltig eine Bewirtschaftungsperspektive ermöglichen. Gleichzeitig ermöglicht das Herstellungsmodell mit vergleichsweise einfacher Bautechnik und unter hoher Beteiligung von zu Qualifizierenden einen moderaten Herstellungspreis und damit ein moderates wirtschaftlich notwendiges Mietniveau.

 

Die Heimstätte Dünne fungiert als Bauträger und bringt neben der fachlichen Bauleitung zusätzliche Arbeitskräfte durch die Kooperation mit einem (i.d.R. lokalen) zertifizierten Beschäftigungsträger ein. An Breitenwirkung können die Vorhaben zusätzlich gewinnen, indem bspw. ehrenamtliche Helfer,  Jugendliche von vor Ort etc. am gemeinsamen Bauen beteiligt werden. Es ist unsere Erfahrung gerade aus transnationalen Bauvorhaben (Weißrussland, Ungarn, Taiwan, Tschechien), dass gemeinsames sinnerfülltes Tun das unter den Beteiligten Vorurteile abbaut, Freundschaften fördert und so Integration unmittelbar unterstützt.

 

 

Erste Planungs-Schritte:

Für den 11. April 2016 hatte die Heimstätte Dünne zu einer ersten  Planungsrunde Vertreter aus den Kommunen der Region, der Kirchen, Wohnungsbaugesellschaft, JobCenter, eingeladen.  Bei einer weiteren Gesprächsrunde  am 9. Juni  mit  den Leitungen  des Kirchenreises  und Diakonie Herford,  der  ev. Stiftung Maßarbeit  wurde Bereitschaft zu gemeinsamer Planung  bekundet - in  Absprache u.a. mit  interessierten Kommunen und  mit dem Auftrag  der Suche nach einem möglichen Baugelände/Bauherrn.