Über uns



 

 

 

Gemeinsames, handwerkliches Bauen baut auf,
fördert den Einzelnen,
stärkt die Gruppe

 

 

 

 

 

 

 

 Mit dem  Namen „Heimstätte Dünne“ verbindet sich

  

  • in der Region

    die unter Denkmalschutz stehende Lehmbausiedlung aus dem letzten Jahrhundert, mit dem Fachwerk-Tagungshaus „Wiesenhof“ (Bodelschwinghstr. 116-130, 32257 Bünde-Dünne)

  • für die Fachwelt

    das aus afrikanischer Lehmbautradition stammende Lehmbauverfahren, konkret das „Dünner Lehmbrote-Bauverfahren“,

  • inhaltlich

    das soziale Bauen, das durch handwerkliche Selbsthilfe und gemeinsames Tun Menschen und Gruppen „aufbaut“. Nach Natur- oder Umweltkatastrophen, in gesellschaftlichen Notlagen oder persönlichen Krisen kann in konkreten, kleinen Schritten nachhaltige materielle Aufbauhilfe geleistet werden. Die betroffene Menschen erfahren Selbstwert und persönliche Stabilität.
    Bauen versteht sich damit als ein Grundelement menschlicher Lebensgestaltung, insbesondere wenn es handwerklich, ganzheitlich und ökologisch verstanden wird.

     

Lehmhausbau Dünne

Gegründet wurde die Heimstätte Dünne 1907 als evangelische Bau- und Siedlungsgesellschaft von sieben Dünner Bürgen. Es sind  Fabrikant Tödtmann,  Arbeiter  Horstmeier, Lehrer Huxhohl, Werkmeister Greimann,  Landwirt Grundmann,  Bürgermeister Heepmann und  Pastor Gustav von Bodelschwingh (Sohn des Betheler Gründers). Als Missionar in Afrika entdeckte Bodelschwingh  die besondere Einstellung der dortigen Bevölkerung  zum Bauen: Man baute sein Haus als seine Lebensgrundlage selbst, - nicht allein, sondern in Gemeinschaft mit anderen, der ganzen Familie, mit Nachbarn und Freunden. Und: man baute in Handarbeit, mit dem vorhandenen Baumaterial Lehm. Man baute „Boden unter den Füßen“.

Weit mehr als ein rein technischer Prozess gestaltete sich Bauen als  gemeinsames Fest und als ein kultur-bildender Akt.

Auslöser für erstes Handeln in Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg  die Wirtschaftskrise mit Inflation, Massenarbeitslosigkeit, Armut und Wohnungsnot.  Bodelschwingh – aus Afrika zurück – setze seine Erfahrungen des nachbarschaftlichen Bauens und der traditionellen Lehmbautechnik gezielt zu sozialen Aufbauprogrammen in Deutschland ein. So entstanden in den zwanziger Jahren mehr als 500 Eigenheime in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet. Zweifelsohne spielte auch die in damaliger Zeit prägende „Blut- und Boden-Ideologie“ eine wesentliche Rolle, aber maßgeblich war der Ansatz, dass diese Form des Bauens eine persönlichkeits-stärkende Existenzgrundlage beförderte.

Unter dem gleichen Gedanken setzten die Nachfolger nach dem Zweiten Weltkrieg die Idee der Selbsthilfe  durch den Bau von  Flüchtlingshäusern zunächst fort , bis das „Wirtschaftswunder“ mit modernen Baustoffen und rationellerer Bautechnik das Selbstbauen der  „Arme-Leute-Häuser“ in Vergessenheit geraten ließ.

Doch die Idee blieb lebendig. Seit 1985 versuchen wir den ursprünglichen Gedanken des sozialen Bauens wieder zu beleben, - auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Problembereiche, z.B. für die Zielgruppe der langzeit-arbeitslosen und leistungs-geminderten Menschen. Für einzelne Bauprojekte bilden wir  feste Arbeitsgruppen mit ca. 8 Personen  unter kontinuierlicher Anleitung eines Baumeisters, die ein komplettes Haus von den Grundmauern bis zur Gartengestaltung errichten. Gerade hier zeigte sich die aufbauende Wirkung des gemeinsamen handwerklichen Arbeitens und Lernens. Es erwachsen Selbstwert und gesundende Entwicklungschancen, auch ohne Eigentumsbildung.

Die Tschernobyl-Katastrophe  forderte diesen Hilfsansatz ganz neu heraus. Es galt Familien aus der verstrahlten Zone durch Selbsthilfe und gemeinsamer Arbeit  neue Existenzgrundlagen im nichtverstrahlten Norden des Landes zu verschaffen. Mit der Gründung der Tochterorganisation „Heim-statt Tschernobyl“ entwickelte sich daraus das bis heute  bestehende Aufbauprojekt.

Aktuell bemühen wir uns um Selbsthilfe-Bauprogramme  mit Roma-Familien in Ungarn und mit  palästinensischen Partnern besetzten Westjordangebiet.  (s. Projekte)

 


Veröffentlichungen:

Hrsg. Heimstätte Dünne:
„Ein alter Baumeister, und was wir von ihm gelernt haben -
der Dünner Lehmbrotbau“
(Eine  68 Seiten umfassende Anleitung zum Selbstbauen
erschienen im Selbstverlag)

Wolfgang Belitz:
Gustav von Bodelschwingh, der „Lehmbaupastor“ von Dünne
Eine biographisch-sozialethische Skizze
LIT-Verlag Münster 2007(219 Seiten)

Hrsg. Heimstätte Dünne gem.GmbH
„gemeinsam bauen
Hundert Jahre Heimstätte Dünne“
(Eine 16 Seiten umfassende Broschüre über die Heimstätten-Projekte)
Selbstverlag der Heimstätte Dünne